THAILAND
Thailand war das erste asiatische Land, dass ich besuchte und der Start der ersten Reise, die ich ohne Plan und Planung machte. Ich hatte mich über die Währung und das gängige Touristenviertel informiert und für die ersten Tage auch ein Hotel gebucht. Das Touristenviertel war die Koa Shan Road. Nicht viel mehr als eine Straße inklusive dem sie umgebenen Gassengewirr. Aber sehr klein und überschaubar. Gerade richtig für mich. Ich richtete mich in meinem winzigen und äußert einfachen Zimmer ein, in dem ich mich aber sehr wohl fühlte, da es recht ruhig war und außerdem sowohl über eine Klimaanlage und Internet verfügte. Die ersten Tage erkundigte ich die unmittelbare Umgebung zu Fuß. Den ersten Tag schaffte ich nicht mehr, als die kurze Touristeneinkaufsstraße hoch und runter zulaufen und Stunden in einem klimatisierten „westlichen“ Kaffee zu sitzen, Segafredo Cappuccino zu trinken, zu lesen und zu schreiben. Die folgenden Tage erweiterte ich den Radius und stellte fest, daß jeweils die nächste Straße in jedwede Richtung bereits das „richtige“ Bangkok war. Ich lief einfach durch die Gegend, fand ein tolles Wat (Kloster-anlage) um die Ecke, stand plötzlich vor dem riesigen Fluß (Chao Phraya) und stieß auf mehrere Sehenswürdigkeit wie die Königliche Tempelanlage, oder das Wat jene mit dem größten liegenden Buddha der Welt. Ich fand heraus, dass das königliche Schifffahrtsmuseum nicht weit war, ebenso das beeindruckende Wat Arun – zu dem ich an einem der Folgetage mit der Fähre übersetzte, was für mich einem Abenteuer gleichkam. Einen Ausflug weiter ins Stadtzentrum machte ich nur einmal. Ich unternahm zwei gebuchte Ausflüge – einen zum Floating Market und und einen zum Tigertempel, auf den ich bis heute mit gemischten Gefühlen zurückblicke. Ich blieb insgesamt 10 Tage. Im Großen und Ganzen habe ich sehr wenig gesehen – aber ich lebte mich ein, bekam ein Gefühl für das Land (oder soll ich sagen, den Kontinent?) und ich konnte mich vor allem entspannen.
6 Wochen später kam ich aus Bali zurück, blieb eine Nacht in der Nähe des Bahnhofs und fuhr dann in einem 10h Trip mit dem Zug in die zweitgrößte Stadt Thailands Chaing Mai. Ich hatte noch eine Woche bevor es zurück nach Europa ging. Ich sah von der Stadt noch weniger als von Bangkok – machte dafür aber eine wunderbare, dreitägige Trekkingtour in die Berge Chiang Mai's. Zurück nach Bangkok nahm ich den Flieger. Ich hatte so gepalnt, daß ich den Flughafen nicht verlassen mußte und direkt den Rückflug nehmen konnte. Der brachte mich noch ein paar Tage nach Barcelona. Ich wollte ein paar Freunde zu sehen und Sachen holen, die dort von meinem halbjährigen Aufenthalt das Jahr zuvor noch in meiner alten WG standen. In Deutschland blieb ich dann aber auch nur drei Wochen. Ich hatte jemanden kennengelernt und wollte nach Alaska und dann weiter durch die Welt.