NEPAL
OKTOBER und NOVEMBER / DEZEMBER 2014
Im Oktober 2014 hatte Jörn, der schon die Dhamma Yatra 2012 in Indien organisiert und hatte, eine weitere Vipassanagruppe zu-sammengebracht. Diesmal für eine Wanderung im Himalaya. Das Tsum Valley grenzt an Tibet und ist seit jeher von Tibetern besiedelt. Die Tour wurde von Sherpas geleitet, die auch für uns kochten und schon die Zelte aufgebaut hatten, wenn wir am jeweiligen Rastplatz ankamen. Wir hatten nur kleine Tagesruck-säcke dabei, unser restliches Gepäck wurde von Maultieren getragen. Das klingt luxeriös und das war es sicher auch, aber für eine Gruppe unerfahrener Wan-derer, die in 10 Tagen von 800 m auf 4200 m aufsteigen, war es die einzige Möglichkeit. Und es war anstrengend genug. Eine Woche vor dem Abflug war mein Rücken so schlimm geworden, dass ich bei einer Ausstellungs-eröffnung im Krankenhaus in die Notfallaufnahme geschickt wurde, weil ich nur 10 – 15 min am Stück stehen konnte. Gefunden wurde zwar nichts und die starken Schmerzmittel schlugen auch nicht an, aber bis zum Abflug ging es mir wieder besser. Trotzdem blieben Befürchtungen wegen der Trekkingtour. Diese erweisen sich zwar als unnötig, aber stattdessen zog ich mir kurz bevor es los ging in Kathmandu eine heftige Erkältung zu und wanderte die ersten Tage mit Fieber. Ich war in einem kläglichen Zustand. Die ersten 2 Tage ging es mir einfach nur schlecht und am 3. Tag wurde mir auch noch schlecht. Ich hatte mir vor lauter Stress – ich dachte ich schaffe es nie mehr zurück – eine Magen-schleimhautentzündung zugezogen. Zum Glück hatte einer der beiden Ärzte, die mit waren, Medikamente dabei und am Folgetag schlugen auch die tibetischen Küglechen an. Ab Tag 4 ging es mir fabelhaft! Die Landschaft war schon die ganze Zeit phänomenal gewesen, nur hatte ich es nicht so recht genießen können, das änderte sich jetzt! Es war wirklich ein Erlebnis! Nach 10 Tagen waren wir wieder zurück. Ich fuhr noch für ein paar Tage mit Nadine nach Pokhara und dann ging es, entgegen meines ursprünglichen Plans, zurück nach Berlin. Ich hatte eigentlich vier Monate bleiben wollen, vielleicht länger…. Aber kurz nachdem ich aus Hawaii zurückgekommen war, hatte ich Jaspar kennengelernt. Nun flog ich nach Berlin, wohnte drei Wochen bei ihm und dann flogen wir Ende November zusammen zurück nach Nepal. Wir starteten in Bhaktapur, dessen Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wir erkundeten ganz langsam diese entspannte, wunderschöne Stadt, bevor es kurz ins trubelige Kathmandu ging, um die nötigen Sachen für eine kleine Trekkingtour zu besorgen. Dieses Mal im Anapurnagebirge, das besterschlossenste Wandergebiet Nepals, so dass selbst wir hier ohne Guide und Esel wandern konnten. Wir flogen dafür nach Pokhara, wo wir erst noch ein paar Tage in einem Hotel (eher eine Pension) außerhalb, auf dem Rücken eines Berges, direkt vor der World Peace Pagoda, blieben. Dann wanderten wir los. Obwohl es reine Natur ist, gibt es in Abständen Siedlungen, in denen es Versorgung und Unterkünfte gibt. Es war Anfang Dezember schon recht kalt und so waren wir fast überall allein, ZUdem hatte es im Oktober direkt m letzten Tag meiner ersten Wanderung einen Kälteeinbruch und heftige Regenfälle gegeben, die in zahlreichen Region zu Erdrutschen und leider auch zu zahlreichen Toten, auch unter den Einheimischen geführt hatte, so dass die Wandertätigkeit in den Wochen danach sehr zurückgegangen war.
Selbst auf dem sonst hoch frequentierten Poon Hill, das einen unglaublichen Ausblick um merhere umliegende “Achttausender” beitet, waren es nur wenige Leute. Die Natur war atemberaubend, die Szenerien wechselten noch schneller als im Tsum Valley und uns wurde, leider erst nach der Tour, klar, dass wir nicht gern im herkömmlichen Sinne wanderten. Die Orte sind einfach zu schön und zu speziell, um einfach hindurchzulaufen und sie somit schnell wieder hinter sich zu lassen. 6 Tage seien völlig ausreichend sagten uns alle, aber eigentlich hätte man doppelt so lange bleiben und doppelt so langsam sein müssen. Einfach, um die Orte mehr zu genießen. Aber wir hatten anders geplant, unsere Visas mußten erneuert werden und in Kathmandu wartete ein 10 Tages-Vipassana-kurs auf uns. Die letzten Tage verbrachten wir geruhsam im verschlafen Patan, in dem wun-dervollen Haus des wunder-vollen Herr Patan, der Zimmer vermietete. Es war eine sehr schöne Atmosphäre und für Nepal eine extrem luxeriöse Unterkunft, die wir nach dem Kurs sehr ge-nossen. Danach kamen noch 3 Wochen Indien, von denen wir die erste Hälfte in Varanasi und Bodhgaya verbrachten, die zweite in der warmen Sonne Keralas.