HAWAI’I

APRIL - JUNI 2014

Eine Weile nachdem ich aus Indien zurück war, über legte ich, wohin ich wohl noch gerne reisen würde und mir kam als erstes Hawaii in den Sinn.  Auf Bali hatte ich Erin getroffen, die dort hingezogen war und sie war nicht die einzige, die davon schwärmte. Mein Wissen über Hawaii erstreckte sich zu dem Zeitpunkt lediglich auf Magnum, Surfer, Honolulu und Baströckchen. Und dass es da kein Bier gibt. Und dass es weit weg ist. Und dass es zu den USA gehört. Und demzufolge teuer ist. Das war der größte Haken an der Sache: die günstigen Lebenshaltungs-kosten, die Asien mit sich brachte, waren einer der Gründe, warum ich mir die langen Reisen überhaupt zugetraut hatte. Dass ich mir für die ganze Zeit eine Unterkunft leisten konnte, war rein finanziell utopisch, aber auf Kauai, der nördlichsten der Inseln sollte man im Auto campen durfte und es hieß, es gäbe dort eine Autovermietung in der man günstig „beatup“ cars (also leicht angeschlagene Autos) bekam. Außerdem gab es ja work&travelWebseiten und Couchsurfing.

Meine erste Station war O'ahu. Zum einen, weil der größte Flughafen auf Honululu war, zum anderen, weil Erin zur Zeit hier wohnte und mich eingeladen hatte. Die Kommunikation war aber direkt vor meiner Anreise ein wenig abgeknickt und ich wusste weder wo sie wohnte und ob, oder wie lange ich bei ihr bleiben konnte. Ich wusste nur, dass sie irgendwo an der North Shore war – also suchte ich hier das günstigste Hostel (das waren $ 30 die Nacht in einer Art Jugendherberge mit Doppelstockbetten) und verbrachte die ersten Tage zwischen Surfern und am Strand.

Das Meer war unglaublich, nicht direkt zum Baden gehen, das war viel zu gefährlich, aber einfach zum da sein. Es gab auch nichts anders zu tun. Der nächste Ort – Haleiwa - war zwar schön , aber mit dem Bus 20 min entfernt und winzig (und auch wieder in diesem seltsamen  Westernstyle, den ich schon in Alaska und Kanada gesehen hatte, nur irgendwie heller und tropischer). Dann erschien Erin plötzlich auf der Bildfläche - sie wohnte gleich am anderen Ende der Bucht. Bzw. sie war dort zu Gast bei einem Typen, der selbst nicht da war, sondern einen anderen Typen sein Haus ausbauen ließ. Das Haus war der Hammer, direkt am Meer und die Wand im Wohnzimmer eine komplette Glasfront! Ich blieb eine Woche in der ich Zeit mit Erin und ihren Freundinnen verbrachte, daruntereine Designerin aus Venezuela, für deren Katalog Erin Modell stand und die am Strand reichen Mädels Bikinis verkaufte. Es gab ein paar Ausflüge nach Haleiwa, einen zu einem Polospiel und einen nach  Honolulu, wo Erin für einen Schönheits-wettbewerb bezahlt wurde.

Über einen der Surfer aus dem Hostel hatte ich den Kontakt zu Sheelabekom-men. Sie war etwas älter, hatte Gehbe-schwerden hatte und lebte ein paar Kilometer weiter, auf einer Art Cliff mit Blick über das Meer in einem runden Haus. Sensationell!! Sie hatte 2 Ponys, 23 Katzen, einen alten Hund, ein paar Love-birds sowie einige Enten. Gegen Hilfe mit den Tieren und im Haushalt für 4h (aber eigentlich immer nur 2h) am Tag, konnte ich dort wohnen. Ich blieb eine weitere Woche und fuhr dann für die restlichen 5 Tage nach Honolulu. Das war wie ein Be-freiungsschlag! Es war schön da oben am Meer – das war's dann auch. Es gab nur und ausschließlich das Meer – und ich konnte nicht mal drin baden. Das war für 2,5 Wochen ok, dann reichte es aber auch.

In Honolulu konnte ich mich frei bewegen und der öffentliche Verkehr war auch zu gebrauchen. Ich liebte die Atmosphäre, die Verquickung von Stadt und Natur und überhaupt alles!

Von da ging es weiter nach Kauai, wo ich nicht wieder festsitzen wollte. Also mietete ich gleich einen besagten „beatup“ Van. Einen Honda Odysee (ja, der hieß wirklich so!). Ich ließ die Rücksitze da, so dass ich hinten Platz hatte, nur war es keineswegs so, dass man einfach irgendwo anhalten und schlafen konnte wie mir der freundliche Polizist mit der Taschenlampe klar machte, als er nachts um 2:00 in mein Auto leuchtete. Die nächsten Nächte parkte ich in Ortschaften, fühlte mich aber immer unwohl. Über eine work&travel Seite traf ich auf Mac, der Hilfe in seinem Garten gegen ein Zimmer anbot. Ich lernte seine ganze Familie kenne, die vom Festland zur Hochzeit seiner Tochter kam. Ich half bei den Vorbereitungen und war bei der Hoch-zeit dabei. Das war sehr schön. In den letzten drei Wochen, die ich bei Diana im Norden der Insel verbrachte, fuhr ich immer wieder in den Süden, um den einen oder anderen der Familie zu treffen, bevor sie wieder abreisten. Rhonda und ihre Familie besuchte ich sogar noch in der Nähe von New York. Die restliche Zeit war ich in der Natur: wandern (grandios!), schnorcheln (grandioser!) oder (am grandiosesten!) amWaimea Canon, der wie eine Miniaturausgabe des Grand Canyon aussieht. Auf Diana traf ich über Couch-surfing. Sie ist ursprünglich aus Peru und lebt mit ihrem damals 11-jährigen Sohn Lukas seit ein paar Jahren auf Kauaui. Sie ist einer der selbstlosesten und besten Menschen, die ich kenne und ich war so glücklich, sie getroffen zu haben. Ich hatte nicht nur unbegrenzt ein Zimmer für umsonst in einem tollen Haus, sondern auch eine Freundin und soziales Umfeld. Ich hätte noch viel länger bleiben wollen. Diese Zeit auf Kauai gehört zu meinen glücklichsten überhaupt.

Polihale, Kaua’i

vor Hanalei, Kaia’i

Waimea Canyon, Kauai’i

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