ALASKA

ALASKA

JULI bis AUGUST 2012

Die drei Wochen in Deutschland waren Intensivstarbeitszeit und endeten mit meinem Geburtstag am 1. Juli. Ich wurde ich 34 Jahre und am folgenden Tag saß ich im Flieger nach Anchorage. Moss holte mich vom Flughafen ab und wir fuhren zu seiner Mutter Patti und ihrem Mann Robert, bei denen wir die kommenden 6 Wochen wohnten. Moss wollte Zeit mit seiner Familie verbringen und wir wollten gleichzeitig Geld für ein Auto und einen anschließenden Roadtrip durch Alaska und Kanada bis runter nach Kalifornien zu verdienen. Moss machte verschiedene kleine Handwerksjobs und ich hatte viel mit Onlineübersetzungen (spanisch-deutsch) und Katalogtexten zu tun. Patti und Robert waren sehr nett und wollten mir gern die Alaska zeigen. Ich hingegen hatte wirklich viel zu tun, zumal klar war, daß wir on the road kaum Internetzugang haben würden und ich demzufolge vor-arbeiten musste. Ich dachte auch, dass es sicher einen guten Eindruck mache, wenn ich so verantwortungsbewußt viel arbeiten würde. Allerdings war das Gegenteil der Fall – in Alaska zu sein und die Freizeitan-gebote (hauptsächlich spazieren gehen und Gletscher ansehen) nicht wahrzu-nehmen, war ihnen unverständlich. Und im Nachhinein sehe ich das auch so. Immer-hin machten wir ein verlängertes Wochen-ende einen Raftingtrip mit Roberts Squaredance-Gruppe den Matanuska River hinunter. Squaredance war nicht nur der Grund für das Zustandekommen der Gruppe, nein, es wurde tatsächlich auch getanzt. Am Landeplatz wurde auf den trockenen Flächen des Flussbettes eine fette Anlage aufgebaut und dann ging's ab!

Als Moss' Vater Jim aus Kanada kam unternahmen wir zwei weitere mehrtägige Ausflüge: der erste ging gen Süden mit dem Ziel den Exit Gletscher zu besuchen und ein zweiter nach Norden in den Denali National Park. Der Denali ist der höchste Berg Nordamerikas. Jim hatte Tickets für einen Rundflug in einer dieser Miniflugzeuge, die max. Platz für 5 Passagiere haben. Das war ein wirkliches Erlebnis! Das weiß-braune Bergmassiv steigt aus einer satten grünen flachen Ebene auf, durch die sich gegen die Sonne silbern glitzernde Flussbänder ziehen.. Keine 2 Minuten nachdem wir ins Bergmassiv flogen, war meine Speicherkarte voll – das einzige Mal auf meinen Reisen, dass ich nicht darauf geachtet hatte, sie zu leeren... Für ein paar Bilder vom Gipfel hat es dennoch gereicht.

Bald kauften wir für $ 600 ein Kleinbus von Ford, den wir nach einer Nacht in einer Karaokebar LOLA tauften. Moss brachte es mit Roberts Hilfe, Sachkenntnis und Verbindungen auf Vordermann und nachdem wir die Rücksitze entfernten hatten, war genug Platz, um eine Platte zu montieren, unter der wir vom Kochge-schirr über Proviant bis zu unserem kompletten Hab und Gut (nun ja, 2 Rucksäcke) alles verstauen konnten und die gleichzeitig als Bett diente. Matratze, Schlafsäcke und Kochausrüstung kauften wir gebraucht für fast nichts zusammen. Damit wir nach Kanada einreisen durften, mußte das Auto mir gehören, denn Moss war es als Kanadier nicht gestattet, ein amerikanisches Auto einzuführen - mir als Tourist hingegen schon. So kam es, daß das erste Auto, das ich je besaß ein roter Ford Kleinbus war: LOLA.

Wir entschieden uns für den oberen der beiden Grenzübergänge, da wir so weit wie möglich durch das alte Goldgräber-gebiet des großen Klondike Goldrush von 1882 fahren wollten – den Yukon.

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